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Aufnahmetechnik: HDR-Bilder fotografieren

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Aufnahmetechnik: HDR-Bilder fotografieren
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Ein Foto einer Person im Gegenlicht, also mit dem Rücken zur Sonne, zeigt das Gesicht der Person im Schatten und einen Hintergrund, der von der Sonne hell beleuchtet wird.
Aber warum ist das so?
Die Antwort liegt darin, dass das menschliche Auge in der Lage ist, einen sehr großen Kontrastumfang wahrzunehmen.
Der Kontrastumfang beschreibt das Verhältnis zwischen den hellsten und den dunkelsten Elementen einer Situation.
Das menschliche Auge vermag einen Kontrastumfang von 1:1.000.000 zu realisieren, während eine Digitalkamera gerade einmal 1:4.096 an Kontrastumfang erfassen kann.
Man kann auch sagen, dass das Auge etwa 20 Blendenstufen erfassen kann, während eine Digitalkamera etwa zwölf Blendenstufen realisiert.

Daher bedient man sich einer speziellen Aufnahmetechnik, die ein Motiv in verschiedenen Belichtungen einfängt und verwendet jeweils nur die brauchbaren Bildinformationen aus den Einzelaufnahmen.
Diese werden dann zu einem Gesamtbild zusammengesetzt und man erhält ein Foto mit gleichmäßiger Detailzeichnung in Lichtern, den hellsten Bereichen im Bild, und Tiefen, den dunkelsten Bereichen im Bild.
Zwei der gebräuchlichsten Bezeichnungen für dieses Vorgehen sind High Dynamic Range Fotografie (HDR) und Digital Range Increase (DRI), welche ähnliche Ergebnisse liefern, aber dennoch zwei verschiedene Verfahren sind.

Es wird eine Digitalkamera benötigt, die sich manuell in den wichtigsten Parametern einstellen lässt:
ISO-Empfindlichkeit, Weißabgleich, Fokus, Blende und Verschlusszeit müssen frei wählbar sein.
Ein Stativ und optional ein Kabelfernauslöser gehören als Kamerazubehör bei der HDR-Fotografie zur Grundausstattung.


Motivsuche

Wo kommt der HDR-Effekt besonders gut zur Geltung und welche Motive belohnen den Fotografen am Ende am meisten durch ein gelungenes Ergebnis?
Zunächst entscheidet hier natürlich der eigene Geschmack.
Es wird sicher keinen Spaß machen, dunkle Kellerverliese zu fotografieren, wenn man eher ein Fan romantischer Sonnenuntergänge ist.

Darüber hinaus gibt es jedoch Motive, die durch die Aufnahme im HDR-Verfahren zu echten Hinguckern werden.
Dazu zählen in der Regel Maschinen oder auch Maschinenteile, Bauwerke mit vielen feinen Details und Kirchen oder Kathedralen.
Durch HDR-Fotografie wirkt ein Bild plastisch und greifbar, daher können Gegenstände, die sich dazu noch in interessantem Licht befinden, mit dem HDR-Effekt begeisternd in Szene gesetzt werden.
Beliebte Motive sind auch Autos, Statuen, Möbel oder Landschaften, die oft durch einen beeindruckenden Himmel ergänzt werden.
Je mehr strukturierte Wolken unterschiedlicher Helligkeiten der Himmel zu bieten hat, desto effektvoller wird das spätere HDR-Image.
Wichtig bei der Motivsuche ist, es finden sich sowohl sehr dunkle als auch sehr helle Elemente im Bild und die Motivbewegung hält sich in Grenzen.


Vor der Aufnahme

Zunächst wird das Motiv ausgemessen, um den Kontrastumfang für die Aufnahme zu definieren.
Dazu an der Kamera die Blendenvorwahl mit einer mittleren Blende, zum Beispiel Blende 8 oder 11, einstellen. Die Blende sollte für reichlich Tiefenschärfe im Bild, was meistens erwünscht ist, recht hoch gewählt werden.
Als Belichtungsmessung wird, sofern vorhanden, die Spotmessung ausgewählt, um bestimmte Stellen im Bildausschnitt gezielt anmessen zu können.
Bietet die Kamera keine Spotmessung, sollte die Messart mit dem kleinsten möglichen Messwinkel, z.B. Selektivmessung, gewählt werden.
Alternativ kann auch ein separater Hand-Spotbelichtungsmesser genutzt werden.
Die ISO-Empfindlichkeit muss ebenfalls fest gewählt sein, damit keine Automatik die Aufnahmeeinstellungen beeinflusst.
Nun mit der Kamera zunächst auf die dunkelste Stelle im Motiv zielen und durch ein leichtes Andrücken des Auslösers die Belichtungsmessung aktivieren.
Die Kamera zeigt einen Wert für die Verschlusszeit an, den es sich zu merken gilt.
Danach die gleiche Prozedur auf den hellsten Teil im Bild anwenden. Auch diesen Wert gut merken oder aufschreiben.
Hat man beide Werte, kann man an dieser Grafik ablesen, wie viele Belichtungsstufen der Kontrastumfang des Motivs umfasst:

Grafik zum Berechnen des Kontrastumfanges

Ist der Kontastumfang bekannt, wird festgelegt, wie viele Einzelaufnahmen nötig sind, um gutes Ausgangsmaterial für das HDR-Image zu liefern.
Einige Hersteller von HDR-Software raten dazu, eine Belichtungsreihe mit zwei Blendenstufen Abstand pro Bild anzufertigen.
Meistens ist das auch die richtige Wahl, in Ausnahmen empfiehlt es sich aber, die Abstufungen größer oder auch ein wenig kleiner zu gestalten.
Zwei Belichtungsstufen ist jedoch ein guter Mittelweg.

Der Aufnahmemodus der Kamera wird nun nach der Messung von Blendenvorwahl anders bezeichnet, auf manuell umgestellt.
Falls die Werte nicht übernommen werden, müssen genau die Blende und ISO-Empfindlichkeit aus der Motivvermessung gewählt werden.
Danach wird nach Wunsch fokussiert und der Autofokus wenn möglich deaktiviert.
Am einfachsten fokussiert man das Objektiv manuell auf Unendlich.
Oft ist es ebenfalls sinnvoll den Weißabgleich auf einen festen Wert einzustellen.

Jetzt wird fotografiert, ob mit den Verschlusszeiten von oben herab oder von unten herauf, ist dabei vollkommen egal.
Hat die Kamera eine Belichtungsreihenautomatik, kann man auch diese nutzen.
Wichtig ist, dass keine Einstellung außer der Verschlusszeit verändert wird.
Der Einfachheit halber startet man die Aufnahmeserie mit der längsten Belichtungszeit.
Gerade bei den längeren Verschlusszeiten unbedingt auf einen festen Stand des Stativs achten!
Falls kein Fernauslöser zur Hand ist, leistet der Selbstauslöser gute Dienste und verhindert ein Verwackeln der Kamera durch den Druck auf den Auslöser.
In der Regel ist es sinnvoll, die Belichtungsreihe so schnell wie möglich zu beenden:
Jede Veränderung des Motivs kann später geisterhafte Schemen im finalen Bild verursachen, daher die Eile.

Wenn alles gut gegangen ist, liegen nun mehrere Aufnahmen des gleichen Motivs vor, die jedoch mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen aufgenommen wurden. Bei drei Fotos wären das ein unter-, ein normal- und ein überbelichtetes Foto. Diese Bilder gilt es nun zu kombinieren.

Wie es jetzt weiter geht, lest ihr in diesem Artikel.

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