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Formatfrage: jpg oder RAW

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Wer eine höherwertige digitale Kompaktkamera oder eine digitale Spiegelreflexkamera hat, kennt das Problem:
In welchem Format sollen die gemachten Aufnahmen auf der Speicherkarte gespeichert werden?

jpg-Dateien haben den Vorteil, das sie durch Komprimierung relativ wenig Speicherplatz beanspruchen.
RAW-Dateien (das sind die rohen Kameradaten, wie sie vom Kamerasensor kommen) beanspruchen dagegen sehr viel mehr Speicherplatz (der Speicherplatz liegt zwischen 12 und 15 MB da die Bilder unkomprimiert gespeichert werden.
Sie haben gegenüber jpg-Dateien jedoch den unschätzbaren Vorteil, das sich jegliche Manipulation am Bild verlustfrei durchführen läßt und bei Bedarf sämtliche Änderungen problemlos wieder zurück nehmen lassen.

Der Speicherbedarf von jpg-Dateien ist zwar geringer, eignet sich aber nur zu Archivierungszwecken (siehe dazu auch diesen Artikel). Will man die Bearbeitung auf mehrere Sitzungen verteilen, sollte man entweder das tiff-Format in seiner unkomprimierten Form nutzen oder aber das Bild im Speicherformat der verwendeten Bildbearbeitung speichern.
Beide Formate haben den Vorteil, das auch eventuell angelegte Ebenen erhalten bleiben (so kann man eine nicht gelungene Änderung jederzeit problemlos zurücknehmen; jpg-Dateien müssen vor dem Speichern auf eine Ebene reduziert werden).

Für welches Format man sich entscheidet, ist letztlich abhängig von den eigenen Ansprüchen:
Wer Wert darauf legt, möglichst alle Bildinformationen eines Motivs zu bewahren (RAW-Dateien sind sehr häufig detailreicher als jpg-Dateien) und Korrekturen verlustfrei durchführen möchte, sollte seine Aufnahmen im RAW-Format aufnehmen (sofern die Kamera dieses Format unterstützt).
Unterstützt die Kamera das RAW-Format nicht, sollte man die niedrigste, mögliche Komprimierungsstufe wählen. Nur so erhält man sich Detailreichtum und einen möglichst großen Tonwertumfang.
Bestimmte Aufnahmegebiete, wie z.B. die sogen. Available-Light-Fotografie oder Konzertaufnahmen sollte man wenn möglich generell im RAW-Format aufnehmen.

Nachteil am RAW-Format ist jedoch, das dieses Format nicht genormt ist, d.h. jeder Hersteller hat ein anderes Format, was nicht immer von jedem Bildbearbeitungsprogramm verarbeitet werden kann, das mit RAW-Daten umgehen kann.
Besonders, wenn man ein älteres Programm einsetzt, werden die Formate neuerer Kameras oft nicht gelesen. Dazu bedarf eines speziellen Programmes, das jedoch zumindest bei digitalen Spiegelreflexkameras oftmals im Lieferumfang enthalten ist.

Will man seine Bilder mit seiner gewohnten Bildbearbeitung (z.B. ältere Photoshopversionen oder neuere Photoshop Elements Versionen) bearbeiten, bietet es sich an, die Bilder in das standardisierte DNG-Format zu konvertieren.

Der einfachste Weg, seine RAW-Bilder in das DNG-Format umzuwandeln, ist der kostenlose DNG-Konverter von Adobe, den man hierhier herunterladen kann.
Durch einen Doppelklick auf die heruntergeladene Datei läßt sich das Programm "installieren" (eigentlich wird die Datei nur ins Programmverzeichnis unter Adobe entpackt; auf die Ordnerwahl hat man leider keinen Einfluß, dazu muß man das Programm manuell mit einem Packprogramm wie Winzip oder WinRAR entpacken).

Der DNG-Konverter wird durch Doppelklick auf die Programmdatei gestartet.

Screenshot Programmoberfläche des DNG-Konverters

Wie im Screenshot zu sehen, ist das Programm sehr einfach aufgebaut und selbsterklärend, daher gehe ich hier nur kurz darauf ein:
Im ersten Teil wählt man denjenigen Ordner aus, der die zu konvertierenden RAW-Bilder enthält (es kann auch angegeben werden, das Unterordner mit berücksichtigt werden).
Im zweiten Teil gibt man den Ordner an, wo die konvertierten DNG-Bilder gespeichert werden sollen (das kann auch der selbe Ordner sein wie im ersten Teil angegeben).
Im dritten Teil läßt sich der Dateiname genauer angeben. Mit einem Klick auf Konvertieren wird die Konvertierung gestartet, die je nach Anzahl der Bilder schon mal mehrere Stunden dauern kann.
Der vierte Teil gibt einen Überblick über die gewählten Konvertierungseinstellungen.

Einstellungen zur Konvertierung

Screenshot über die Einstellungen der Konvertierungsoptionen

Damit die DNG-Datei sich leichter in anderen Programmen anzeigen läßt, kann man im oberen Teil angeben, das eine JPEG-Vorschau innerhalb der DNG-Datei gespeichert werden soll.
Die Einstellung Volle Größe kann übernommen werden, da sie gegenüber der Option Mittlere Größe nur geringfügig mehr Speicherplatz braucht aber auf der anderen Seite in jeder Zoomstufe die größtmögliche Qualität bietet.
Über die zweite Option läßt sich einstellen, ob die DNG-Datei komprimiert gespeichert werden soll. Da die Komprimierung verlustfrei geschieht, sollte man diese Option, um Speicherplatz zu sparen, aktivieren.
Nur die Bildkonvertierungsmethode Kamerabild erhalten sichert die ursprüngliche Qualität der RAW-Datei auch in der DNG-Datei.
Wer will, kann im vierten Teil noch angeben, das die ursprüngliche RAW-Datei in die neue DNG-Datei eingebettet wird, sie läßt sich dann später wieder dem DNG-Konverter extrahieren.
Da diese Option sehr viel Speicherplatz beansprucht und die DNG-Datei die gleiche Qualität wie die RAW-Datei bietet, sollte man diese Option deaktivieren.

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