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27. Februar 2009
Posted in
Kinotipps -
Drama
Als der 15-jährige Schüler Michael (David Kross) einen Blackout hat, hilft ihm die wesentlich ältere Schaffnerin Hanna (Kate Winslet). Nach seiner Genesung entwickelt David eine erotische Leidenschaft für sie und liest ihr regelmäßig vor - bis sie eines Tages spurlos verschwindet. Viele Jahre später trifft David (nun: Ralph Fiennes) sie wieder: vor Gericht, wo sie sich für ihre dunkle NS-Vergangenheit verantworten muss. Seine Zuneigung besteht weiter.
Als Michael die wesentlich ältere Hanna kennen lernt, ist das eine schicksalhafte Begegnung:
Die Schaffnerin kümmert sich um den Jungen, als ihm plötzlich in der Straßenbahn übel wird. Er besucht sie, und schnell sind beide in eine leidenschaftliche Affäre verstrickt, die einem seltsamen Ritual folgt:
Vor der Liebe muss Michael der rätselhaften, begehrenswerten Schönen vorlesen.
Dann ist Hanna eines Tages spurlos verschwunden, und erst Jahre später begegnet Michael seiner großen Leidenschaft wieder: Auf der Anklagebank, wo sie sich für ihre eine grausame Vergangenheit verantworten muss ...
Regisseur Stephen Daldry und dem renomierten britischen Dramatiker David Hare als Drehbuchautor gelingt es, die Leidenschaft des jungen Michael und die Zerrissenheit des Erwachsenen emotional greifbar zu machen, eine unmögliche Liebe zu zeigen, die so intensiv ist, dass sie das Leben zweier Menschen für alle Zeit miteinander verbindet.
Der Vorleser ist aber auch ein Stoff, der sich mit der immer aktuellen Verarbeitung von Schuld und Vergebung beschäftigt und nicht zuletzt zur deutschen Vergangenheitsbewältigung beiträgt.
David Kross (Krabat) überzeugt, neben einer Riege deutscher Stars, in seinem Hollywood-Debüt.
Die Kinofassung sorgt für ähnliches Aufsehen wie der Bestsellerroman von Bernhard Schlinks: als erzählerische Glanzleistung und aufwühlender Diskussionsstoff.
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