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28. Februar 2010
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Kinotipps -
Komoedie
Die Wiedervereinigung bringt der arbeitslosen Friseuse Kathi König aus Berlin-Marzahn erst einmal kein Glück. Als ihr auch noch ein in Aussicht gestellter Job in einem Friseursalon im Einkaufszentrum abgesagt wird, weil die Salonchefin findet, dass die schwer übergewichtige Kathi ein nicht zumutbarer Anblick für ihre Kunden sei, platzt der vom Unglück Verfolgten der Kragen:
Sie tritt den dornigen Weg durch die Instanzen von Behörden und Banken an, um sich den Traum vom eigenen Salon in einem ehemaligen Asia-Imibss zu erfüllen.
Kathi liebt ihren Beruf, wäscht den Damen in jedem Sinne den Kopf und verwöhnt sie mit kurzweiligen Stories.
Während eine Kundin über Bandscheiben klagt, beginnt der resolute Wonneproppen aus dem Nähkästchen zu plaudern, aus einem Leben, in dem nichts mehr ist, wie es mal war.
Die DDR ist weg, ebenso wie Ehemann, Job und Häuschen im Grünen.
Mit Arbeitslosigkeit findet sich die mit der Tochter in der Plattenbausiedlung Marzahn wohnende Friseuse jedoch nicht ab.
Der Schock - die schicke Salonchefin vom Friseursalon im Einkaufszentrum stellt sie nicht ein:
"Unser Beruf ist ein ästhetischer. Und Sie sind nicht ästhetisch".
Denn Kathi trägt Übergröße, schleppt riesige Fleischberge mit sich herum und muss sich morgens an einer Kordel entlang aus dem Bett quälen.
Aber sie ist eine Kämpferin und lässt sich auf dem Weg zum Glück weder von Behörden, Bankern oder unfreundlichen Beratern aufhalten.
Sie schneidet Haare als mobile Friseuse oder schleust Vietnamesen über die Grenze um sich ihren Traum vom eigenen Salon endlich erfüllen zu können.
Erfolgsregisseurin Doris Dörrie lässt eine pfundige Frau mit Wucht für Würde und ein besseres Leben kämpfen.
Erstmals schrieb Doris Dörrie nicht das Drehbuch zu ihrem Film und vertraute der Arbeit von Laila Stieler, ein gelungenes Wagnis, basierend auf einer realen Person.
Die Verfilmung einer ostdeutschen Biografie mit ihren Brüchen überzeugt durch Wahrheiten und Gabriela Maria Schmeide als diskriminierte, aber optimistische und humorvolle Frau, die nach jedem Schlag an Stärke gewinnt und das Lachen nicht verlernt.
Der eigene Stilwille der Protagonistin, die sich nach Lust und Laune mit Schmuck in allen Obstvarianten behängt und die Haare mal blond, mal mit roten und grünen Strähnchen trägt, schlägt sich auch in der Wohnung nieder, bürgerlich mit schrägem Touch.
Die mit Lebensweisheiten gespickten Dialoge steuerte teilweise die echte Berliner Friseuse bei.
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