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24. August 2009
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Kinotipps -
Komoedie
Eine rauchige Doornkaat-Stimme, das ist Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling, der stellvertretende Chefredakteur des Grevenbroicher Tageblatt.
Der Film erzählt, wieso der Grevenbroicher Schmuddel-Schreiber plötzlich Kanzler werden will.
Für eine Interviewstrecke soll er Politikern auf den Zahn fühlen, getreu seinem journalistischen Credo: „Immer janz discht dran und knallhart nachjefracht.“
Politisch korrekt trifft Schlämmer Mitglieder aller demokratischen Parteien, und fragt sie, was wir alle gern wissen würden:
Welcher Weg führt aus der Krise?
Doch weil die meisten Politiker, wie so oft, auf die meisten Fragen eine Antwort schuldig bleiben, reift in Schlämmer der aberwitzige Gedanke: „Was die nicht können, kann ich auch.“
Von NRW-Minister Jürgen Rüttgers lässt sich Schlämmer erklären, wie man eine Partei gründet und schreitet zur Tat:
Er gründet die HSP - die Horst Schlämmer Partei.
Und unterstützt von seinem schusseligen Praktikanten Ulle (gespielt von Simon Gosejohann) und den Gefährten aus seiner Grevenbroicher Stamkneipe Wilddieb, Wirt Günni (Norber Heisterkamp), der Schützenkönigin Renate Hammelböck (Maren Kroymann), Gisela (gespielt von Hape Kerkeling) und Schlagerstar Uschi Blum (gespielt von Hape Kerkeling) schickt sich Horst Schlämmer an, Bundeskanzler zu werden, und gewinnt mit Andrea Kamps als First Lady eine prominente Mitstreiterin.
Mit Parolen wie "Sonnenbank für Alle - gratis" und "Schönheitsoperationen für Alle - auf Kasse" erobert Schlämmer das Volk.
Hape Kerkeling wäre nicht Hape Kerkeling, würde er seine Kunstfiguren nicht auf die echte Menschheit los lassen, und so trifft als Kanzlerkandidat Politiker aller Couleur; so lotet er z.B. mit dem Grünenpolitiker Cem Özdemir schon mal eine mögliche Koalitionsbildung ,Fango, aus.
Die Kamera folgt Horst Schlämmer bei seinem Wahlkampf von Grevenbroich bis nach Berlin und begleitet ihn, wenn er, Kerkelings größte Kunst, die Leute charmant unnachgiebig überrumpelt.
Die ausnahmslos verblüffend schlichten Reaktionen fängt die Kamera gnadenlos ein.
Trotz Bierbauch, Überbiss, altmodischem Schnurrbart, Alkoholfahne und seinem kultigen, grau-beigen Trenchchoat, die Menschen lieben Horst Schlämmer.
Wo immer Horst Schlämmer auftaucht, liegen ihm die Massen zu Füssen und jubeln ihm zu.
Pünktlich zur bevorstehen Bundestagswahl ist der "Wahlkampf" Horst Schlämmers eine spaßige Abwechslung zum bierernst geführten Wahlkampf der etablierten Parteien.
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