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27. November 2009
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Kinotipps -
Thriller
Der aufrechte Investigationsjournalist Mikael Blomqvist von der unbestechlichen Zeitung "Millienium" lässt sich von dem 82-jährigen Patriarchen Henrik Vanger anheuern, das Mysterium um seine 40 Jahre zuvor verschwundene Nichte Harriet zu lösen.
Der Zufall führt Blomqvist mit der sozial nicht unbedingt kompatiblen Hackerin Lisbeth Salander zusammen, die mit der Welt auf Kriegsfuß steht, sich aber als unschätzbare Hilfe erweist, als man auf Nazi-Machenschaften, sexuellen Missbrauch und Inzest stößt.
Fulminante Verfilmung des ersten gleichnamigen Romans von Stieg Larssons "Millenium"-Trilogie über das mysteriöse Verschwinden einer jungen Frau und familiäre Katastrophen.
Verborgen hinter der bürgerlichen Fassade tun sich Abgründe auf an Perversion, Lüge und Unmoral.
Düstere Familiengeheimnisse sind die Spezialität unserer skandinavischen Nachbarn, nicht erst seit Thomas Vinterbergs "Das Fest".
Die Flecken auf der weißen Weste der altehrwürdigen Vanger-Sippschaft deckt Niels Arden Oplevs Kinoadaption von Stieg Larssons erstem Band der Millenium-Trilogie auf:
Jedes Jahr zum Geburtstag erhält Henrik Vanger, ein reicher Patriarch, gepresste Blüten hinter Glas, für den 82jährigen das Geschenk des Mörders seiner Lieblingsnichte Harriet, das junge Mädchen verschwand vor vierzig Jahren einfach.
Ein politisch engagierter Enthüllungsjournalist soll den alten Fall wieder aufrollen und klären.
Mit Hilfe einer Hackerin stößt er nicht nur auf Nazi-Umtriebe, sondern auf Ungereimtheiten, Gewalt und sexuellen Missbrauch, ein Sodom und Gomorrha. "Die Krone der Schöpfung, der Mensch, das Schwein", Gottfried Benns pessimistisches Urteil über den Homo Sapiens trifft hier voll ins Schwarze.
Eine Reihe von zehn Büchern plante der schwedische Autor Stieg Larsson, der 2004 urplötzlich an einem Herzinfarkt starb, nur drei, die "Millennium Trilogie" wurden posthum veröffentlicht und ein Riesenerfolg - "Verblendung" war das bestverkaufte Buch in der EU im Jahr 2008 mit allein in Deutschland über drei Millionen begeisterten Lesern.
Dem Dänen Oplev ("Der Traum") gelingt ein kleines Wunder, er strafft die über 700 Seiten des spannenden ersten Teils der Trilogie zu einem kompakten Drama aus einem Guss, ohne wichtige Handlungsstränge oder Figuren zu vernachlässigen. Allein die genaue Analyse eines Fotos entpuppt sich als psychologisch aufregendes Puzzle.
Beim akribischen Aufdecken von Lebenslügen prallen zwei Charaktere aufeinander, der investigative Journalist Mikael Blomqvist, der wegen gezielter Verleumdung seinen Job verlor und nun seinen seriösen Ruf wieder herstellen möchte und die rebellische Computerexpertin Lisbeth Salander, psychiatrie-geschädigt, abweisend und jedem gegenüber misstrauisch. Beides ungewöhnliche Menschen, deren Wege und Emotionen sich kreuzen.
Noomi Rapace ist fabelhaft als unkontrollierbares Wutbündel, die sogar dem beeindruckenden Michael Nyqvist die emotionale Schau stiehlt. Man möchte keine der beängstigend intensiven 152 Minuten dieses alptraumhaften und düsteren Thrillers missen, ein veritabler Höllenritt durch niedrige Instinkte - radikal, grausam, faszinierend. Freuen darf man sich jetzt schon auf "Verdammnis" und "Vergebung", Teil 2 und 3 der Trilogie, die 2010 ins Kino kommen sollen.




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